Die Wege der Jakobspilger durchziehen Europa in einem dichten Netz. Die meisten dieser Routen aus dem Norden Frankreichs, Deutschlands, der Schweiz und Großbritanniens laufen vor den Pyrenäen im kleinen französischen Örtchen Saint-Jean-Pid-de-Port zusammen.

Hier am Fuße der Pyrenäen am Flüsschen Nive de Béhérobie beginnt der wohl bekannteste Teil des Jakobswegs, der 800 Kilometer durch den Norden Spaniens führende, Camino Frances. Wanderer die auf diesem auf der alten Route Napoleon die Pyrenäen überqueren und in Santiago de Compostela die Gebeine des heiligen Jakobus erreichen, werden von der Kirche als Wallfahrende anerkannt (hierfür reichen auch die letzten 100 Kilometer des Weges zu Fuß).

Der Weg über die Pyrenäen

Wandern auf dem Jakobsweg in Spanien ist atemberaubend – die durchwanderten Landschaften gehören sicherlich zu den schönsten Europas. Atemberaubend ist aber auch der steile Aufstieg hin zum Puerto de Ibanete. Dieser Pass liegt auf 1057 Metern und ist seit der Antike ein häufig genutzter Übergang über den Hauptkamm der Berge. Seit Zeiten der Römer gab es dort oben immer eine Passstation.

Drei Wanderer mit großem Rucksack unterwegs auf dem Jakobsweg.
Bild von Entfaltungsatelier auf Pixabay

Der Jakobsweg in Spanien

Der beschwerliche Weg durch Spanien führt von den Pyrenäen aus immer weiter Richtung Westen nach Santiago de Compostela. Erstes größeres Zwischenziel in Spanien ist die uralte Stadt Pamplona, die für die Stierläufe durch die Altstadt bekannt geworden ist.

Anschließend führt der Weg durch die bekannteste Weinregion Spaniens – La Rioja. Deren Hauptstadt Logrono ist zwar wenig malerisch, dafür ist die Region mit ihren Weinreben umso herrlicher. Hier passierenden die Wallfahrenden Weinberge und Getreidefelder und erreichen das Pilgerziel Santo Domingo de la Calzada. Das Städtchen wurde vom Eremiten Demingo de Viloria gegründet und wo seit Jahrhunderten Pilgernde Rast machen können und gepflegt werden.

Kastilien: 400 Kilometer Sonne

Wenn La Rioja verlassen worden ist, erreichen die Wandernden die Region Kastilien. Hier führt der Jakobsweg über das Hochland der Iberischen Meseta, eine gewaltige Fläche, auf der kaum ein Baum Schatten spendet und die Sonne erbarmungslos herabbrennt. Von Sommer bis Winter fällt in diesem Glühofen kaum Regen unter den Schuhen knirscht das vertrocknete Gras.

Was die Natur mit ihrer Einseitigkeit hier vermissen lässt, ersetzen die zahllosen Kulturschätzen dieser Region. Die Kathedralenstadt Burgos mit ihrer gotischen Kathedrale, die Sehenswürdigkeiten von Castrojeriz, Frómista und anderen Städtchen beeindrucken und die Küche des Landes füllt Abends die Mägen.

Erst wenn nach langem Marsch Galizien erreicht worden ist, weicht die sonnenverbrannte Erde den grünen Berghängen Galiziens.

Ewig langer gerader Weg durch die dürre Einöde Spaniens.
Bild von guillermo gavilla auf Pixabay

Der letzte Abschnitt des Jakobswegs

Nach den langen flachen Kilometern des Camino Frances durch Kastilien und Leon erreichen die Wandernden die letzten Kilometer des Jakobswegs vor Santiago de Compostela, der dortigen Kathedrale und den Gebeinen des heiligen Jakobus.

Die Berge Galiziens lösen die sonnenverbrannten Ebenen ab und die Wege werden deutlich hügeliger, aber längst nicht so anstrengend wie die Hochgebirgswege der Pyrenäen. Der Weg hoch zum O Cebreiro in Galizien ist auch so kräftezehrend genug.

Es schließen sich grüne Weiden und hübsche Dörfchen an, die die landwirtschaftliche Region prägen.

Die letzten Kilometer des Camino Frances bleiben hügelig, bis die Pilgernden auf der letzten Erhebung von Santiago de Compostela den Monte de Gozo erreichen, von wo aus sie die Kathedrale bereits sehen können. Von hier aus ist es nur noch eine Stunde Fußmarsch bis zum Ziel aller Jakobswege Europas.

Der Jakobsweg – unterwegs auf dem Camino Frances
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