Eine lange Reise steht bevor, der Koffer ist schon halb gepackt, und die Vorfreude ist groß. Doch wie gut ist man gesundheitlich vorbereitet? Viele Reisende vernachlässigen die medizinische Vorsorge vor einem längeren Auslandsaufenthalt und riskieren damit unnötige Komplikationen, die den Urlaub oder die Reise erheblich trüben können. Dabei ist ein Gang zum Arzt keine aufwendige Angelegenheit, wenn man rechtzeitig damit beginnt.
Ziel und Dauer bestimmen den Aufwand
Grundsätzlich gilt: Je exotischer das Reiseziel und je länger der Aufenthalt, desto wichtiger ist eine umfassende medizinische Voruntersuchung. Für einen zweiwöchigen Strandurlaub in Spanien braucht ein gesunder Erwachsener kaum spezielle ärztliche Vorbereitung. Wer hingegen mehrere Wochen durch Südostasien, Afrika oder Lateinamerika reist, sollte frühzeitig mehrere Fachbereiche konsultieren.
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Der Hausarzt: Erster Ansprechpartner für den Check-up
Der erste Anlaufpunkt ist in den meisten Fällen der Hausarzt. Er kennt die persönliche Krankengeschichte, weiß um bestehende Erkrankungen und chronische Leiden und kann einschätzen, welche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sind. Ein allgemeiner Gesundheitscheck vor einer langen Reise ist empfehlenswert. Blutdruck, Blutzucker und die allgemeine Fitness sollten bekannt sein, bevor man sich auf eine strapaziöse Reise begibt.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte beim Hausarzt einen internationalen Medikamentenausweis beantragen und ausreichend Vorrat für die gesamte Reisedauer sowie einen Puffer für eventuelle Verzögerungen mitführen. In manchen Ländern sind bestimmte Medikamente nicht erhältlich oder tragen andere Handelsnamen.
Spezialisierte Beratung durch Tropenmediziner
Der Reisemediziner oder Tropenmediziner ist ein weiterer unverzichtbarer Ansprechpartner für alle, die in tropische oder subtropische Regionen reisen. Dieser Spezialist kennt die aktuellen Gesundheitsrisiken in verschiedenen Ländern und kann gezielte Impfempfehlungen aussprechen sowie Reiseschutzmedikamente verschreiben. Dazu gehören unter anderem Malariaprophylaxe, Mittel gegen Durchfall oder Antibiotika für den Notfall. Der Besuch sollte idealerweise vier bis sechs Wochen vor Reiseantritt erfolgen, da manche Impfungen Zeit brauchen, um vollständig wirksam zu sein.
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Vorsorge für Zähne und chronische Leiden
Wer Zahnprobleme mit sich trägt, sollte unbedingt den Zahnarzt aufsuchen. Im Ausland sind Zahnarztbesuche oft teuer und schwierig zu organisieren. Ein angehender Abszess oder eine lockere Krone kann auf einer langen Reise zur echten Qual werden. Ein routinemäßiger Zahnarzttermin einige Wochen vor Abreise schützt vor unangenehmen Überraschungen.
Reisende mit Herzerkrankungen oder anderen chronischen Leiden sollten ihren jeweiligen Facharzt konsultieren. Ob die geplante Reise mit den bestehenden Erkrankungen vereinbar ist, sollte ärztlich bestätigt werden. Wer etwa auf große Höhen reisen möchte, wie etwa beim Trekking im Himalaya oder in den Anden, muss die Höhentauglichkeit abklären lassen und sollte über Höhenkrankheit und deren Prävention informiert sein.
Augen, Haut und Kinder: Die speziellen Fachbereiche
Der Augenarzt kommt ins Spiel, wenn man auf eine Sehhilfe angewiesen ist. Kontaktlinsenträger sollten prüfen, ob die Linsen für das Zielklima geeignet sind und ausreichend Pflegemittel eingepackt werden, die im Ausland möglicherweise nicht verfügbar sind. Eine Reservebrille ist in jedem Fall empfehlenswert.
Auch ein kurzer Besuch beim Hautarzt kann vor langen Reisen in sonnenintensive Regionen sinnvoll sein. Wer zu Hautproblemen neigt oder bereits auffällige Muttermale hat, sollte diese vor einer intensiven UV-Exposition checken lassen. Darüber hinaus kann der Hautarzt bei Fragen zur richtigen Sonnenschutzmethode und zu Insektenschutzmitteln weiterhelfen.
Wer mit Kindern reist, sollte unbedingt den Kinderarzt einbeziehen. Kinder brauchen oft angepasste Dosierungen von Reisemedikamenten, und nicht alle Impfungen sind für jede Altersgruppe geeignet. Der Kinderarzt kann außerdem einen Überblick über den aktuellen Impfstatus geben und fehlende Impfungen ergänzen.
